Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Lichtenstein - An(ge)dacht
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An(ge)dacht

„Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auferlegen!“ (Galater 5,1)

Freiheit. Was für ein besonderes Wort! Wir alle sehnen uns danach. Wir möchten frei entscheiden und frei leben. Wir möchten nicht, dass andere über uns bestimmen und uns vorschreiben, was wir tun sollen.
Der Monatsspruch für Oktober spricht hier aber von einer Freiheit, die viel tiefer geht, als einfach das tun zu können, was man will.
Der Apostel Paulus schreibt: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Christus hat uns frei gemacht. Das bedeutet, dass Jesus Christus uns davon befreit hat, aus eigener Kraft versuchen zu müssen, vor Gott zu bestehen. Wir müssen uns Gottes Liebe nicht verdienen und nicht durch unsere eigene Leistung beweisen, dass wir ihrer würdig sind. Christus hat für uns vollbracht, wozu wir selbst nicht fähig waren. Das ist die Freiheit der Gnade.
Wie leicht aber kehrt das alte Denken in unser Leben zurück! Wir beginnen vielleicht wieder zu fragen: Liebt Gott mich wirklich? Was muss ich tun, damit er mich annimmt? Wir haben das Gefühl, dass wir nur dann wertvoll sind, wenn wir alles richtig machen und gute Christen sind. Nach einem Versagen, einer Sünde oder einer falschen Entscheidung denken wir vielleicht: Gott liebt mich jetzt bestimmt nicht mehr.
Der Apostel schreibt aber: „So steht nun fest!“ Gebt die Freiheit nicht auf, die Christus euch geschenkt hat! Das bedeutet nicht, dass ein gläubiger Mensch tun kann, was er will. Die Freiheit, die wir in Christus haben, ist keine Freiheit zur Sünde, sondern Freiheit von der Macht der Sünde. Es ist keine Freiheit von Gott, sondern die Freiheit, von nun an für Gott zu leben. Jesus befreit uns nicht zur Selbstsucht, sondern dazu, anderen in Liebe zu begegnen. Wer weiß, dass er aus der Gnade Christi lebt, muss sich nicht mehr selbst beweisen. Ja, wir können in Liebe leben, vergeben und Gott frei dienen - nicht aus Angst, sondern aus Dankbarkeit. Lasst uns fest in der Gnade Christi stehen! Unser Heil hängt nicht von unserer eigenen Leistung ab, sondern von Jesu Erlösungstod am Kreuz auf Golgatha. Christus hat uns zur Freiheit berufen. „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Das soll heute unsere Hoffnung und unsere Freude sein: In Christus sind wir frei.
Zum Nachdenken:
Was bedeutet die Freiheit in Christus für mich heute ganz persönlich?
Wo darf ich lernen, nicht aus Angst, sondern aus Gottes Gnade und aus Dankbarkeit zu leben?                                                                                              

Dániel Papp, Pastor