Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Lichtenstein - An(ge)dacht
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An(ge)dacht

„Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.“  (1.Kor. 7, 23)

Wieder einmal ein kurzer Satz aus dem Wort Gottes, der es in sich hat und schwer zu erklären ist. Wie eigentlich alles an Gott: wir versuchen das Wort Gottes und Gott zu erklären, stellen immer wieder fest, dass unser Verstand das letzte Geheimnis nicht erfassen kann, und gleichzeitig tun wir uns so schwer, es zu erleben.
Ich musste in der Vorbereitung dieser Andacht an meine Konfirmation denken, wo wir als Konfirmanden gemeinsam die Antwort auf die erste Frage aus dem Heidelberger Katechismus sprechen mussten: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“ - Das ist nicht nur irgendeine Frage – das ist die Eine Frage, auf die es ankommt. Glücklich dem, der sie aus tiefsten Herzen beantworten kann. Aber nun die Antwort aus dem Heidelberger Katechismus: „Dass ich mit Leib und Seele im Leben und im Sterben nicht mir, sondern meinem getreuen Heiland Jesus Christus gehöre. Er hat mit seinem teuren Blut für alle meine Sünden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst; und er bewahrt mich so, dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel kein Haar von meinem Haupt kann fallen, ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss. Darum macht er mich auch durch seinen Heiligen Geist des ewigen Lebens gewiss und von Herzen willig und bereit, ihm forthin zu leben.“
Was für eine Antwort! Also, wenn es um das Einzige geht, was mich im Leben und im Sterben hält und trägt, dann ist das nicht mein Hab und Gut, nicht mein Wissen und Können, keine Ideologien oder Systeme dieser Welt, ja nicht einmal meine liebsten Menschen an meiner Seite. Es ist einzig und allein Gott selbst. Weil Gott selbst in seinem Sohn Jesus Christus sein Leben für mich gegeben hat, bin ich teuer erkauft. Es war der höchste Preis, der für mein Leben je bezahlt werden konnte. Gott hat mich „gekauft“. Ich gehöre jetzt nicht mehr anderen Menschen oder mir selbst – ich gehöre Gott. Aber weil ich sein Eigentum bin, für den er alles gegeben hat, brauche ich mir keine Sorgen machen, dass er nicht auf mich Acht gibt. Immer und ständig ist er da, reicht mir seine Hand und will mich durchs Leben leiten. Nimm also seine Hand, mach dich von ihm abhängig, und du wirst wahre Freiheit erleben und leben.

Wencke Janssen, Pastorin