Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Lichtenstein - An(ge)dacht
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An(ge)dacht

„Samuel aber sprach zum ganzen Hause Israel: Wenn ihr euch von ganzem Herzen zu dem Herrn bekehren wollt, so tut von euch die fremden Götter und die Astarten und richtet euer Herz zu dem Herrn und dient ihm allein, so wird er euch erretten aus der Hand der Philister.“  (1. Samuel 7, 3)

Es ist nicht von heute auf morgen geschehen, nein es war eine jahrzehntelange Entwicklung, die das Volk Israel von Gott entfernte. Zuerst waren es die Priester. Elis Söhne, die Gott nicht mehr respektierten und seine Regelungen nicht ernst nahmen. Sie taten dem Volk Unrecht, indem sie Schlachtopfer als ihren Sonntagsbraten missbrauchten. Gott gefiel das gar nicht, und er erwartete von Eli, dass er eingreifen würde. Aber auch Eli nahm das Wohlergehen seiner Söhne wichtiger als Gottes Erwartung. Schließlich kommt es zum Krieg gegen die Philister und Israel verliert. Schlimmer noch, die Bundeslade, Gottes heilige Wohnung, fällt in die Hand der Feinde. Damit sind die Israeliten „von Gott verlassen“ worden. Die Philister freuen sich über die erbeutete Bundeslade und stellen sie direkt neben ihrer Hauptgottheit (Dagon) auf. Doch das gefällt Gott gar nicht, er lässt eine Krankheit (Beulen) über die Stadt kommen. Das geht solange, bis die Philister die Bundeslade loswerden wollen und sie wieder nach Israel zurückschicken. So kehrt Gott zu seinem geliebten Volk zurück. Er reicht seinem Volk quasi die Hand. Und das Volk Israel? Es dauert noch ganze 20 Jahre bis sie endlich auch Sehnsucht nach ihrem Gott bekommen und den Priester Samuel danach fragen, was sie tun müssen, um wieder mit ganzem Herzen zu Gott zu gehören. Seine Antwort ist unser Monatsspruch: Dann wendet euch Gott mit ganzem Herzen zu, legt alle anderen „Götter“, alles, was euer Leben bestimmt, zur Seite, und schenkt Gott eure ungeteilte Aufmerksamkeit. Nicht mehr Baal oder Dagon anbeten, sondern Gott.

Klingt erst mal simpel, aber wenn ich da mal in mein Leben schaue, erscheint es auf einmal viel schwerer. Da sind so viele Dinge, die mir wichtiger erscheinen, die mehr Sicherheit versprechen oder die einfach präsenter im Alltag sind. All das loslassen? Und dann? Dann kann ich darauf vertrauen, dass Gott dieses Vakuum füllt. In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, das mit dem los lassen mal in der Fastenzeit auszuprobieren. Ich bin gespannt was ich dabei mit Gott erleben werde.

     Katharina Schubert