Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Lichtenstein - An(ge)dacht
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An(ge)dacht

„Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“ (Prediger 3, 11)
 
Ein graugewordener Mann steht des Nachts auf seinem Balkon und denkt über das Leben nach – sein Eigenes und das der Anderen. Er war König von Israel. Er hat viel erlebt. Er hat vieles beobachtet. Er musste vieles entscheiden. Schließlich schaut er hinauf in den Himmel und stellt fest: „Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Alles was Gott tut, das besteht für ewig.“ (Pred. 3, 10-14)
Der König Salomo hat uns eine ziemlich niederschmetternde Betrachtung des Lebens hinterlassen: „Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind.“ (Pred. 1, 14) oder: „Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt auch er … Es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub.“ (Pred. 3, 19f)
Und dennoch – so stelle ich es mir vor – steht er eines Abends in Jerusalem auf seinem Balkon und beschließt fröhlich und guten Mutes zu sein in jeglicher Lebenslage. Bei der Vergänglichkeit des Lebens und unserem Ausgeliefert sein, ist diese positive Lebenseinstellung die Gabe Gottes, die uns hoffen und darauf vertrauen lässt, dass Gott uns für die Ewigkeit geschaffen hat. Ich bin das Werk Gottes, und was ER tut, das besteht für ewig. Ich kann es nicht ergründen, aber ich darf es glauben.
Auch wenn all meine Mühe vergeblich ist, all mein Tun haschen nach Wind ist, ich irgendwann wieder zu Staub werde und hier auf Erden vergessen bin; bei Gott bin ich niemals vergessen! Er wird mich eines Tages – zu seiner Zeit – zurückholen in seine Ewigkeit. Amen!
 

Wencke Janssen, Pastorin