Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Lichtenstein - An(ge)dacht
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An(ge)dacht

„Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie ha-ben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“   (Hebr. 13,2)

Nicht nur im Orient ist die Gastfreundschaft ein hohes Gut. Ich habe mittlerweile viele Geschichten gehört, dass gerade dort, wo die Menschen am wenigsten besitzen, die Gastfreundschaft am beeindruckendsten ist – auch wenn für uns Westeuropäer Essen, Schlafplatz und die sanitären Anlagen mehr als gewöhnungsbedürftig sind.
Dennoch: Fremden ohne Argwohn, sogar mit Freude und Begeisterung, das eigene Heim zu öffnen – darauf scheint ein besonderer Segen zu liegen.
Unser Monatsspruch aus dem Hebräerbrief leitet diesen Segen von dem ab, was Abraham widerfahren ist. Gleich zwei Mal, so lesen wir im 18. und 19. Kapitel des 1. Mosebuches, beherbergt er fremde Männer. Er nötigt sie fast, seine angebotene Gastfreundschaft anzunehmen, in sein „Haus“ einzukehren und sich Gutes angedeihen zu lassen. Ohne es zu ahnen, beherbergt er dabei Engel des HERRN und bekommt besondere Verheißungen zugesprochen.
Jetzt können wir natürlich nicht davon ausgehen, dass jeder Fremde, dem wir die Tür öffnen, ein Engel des HERRN ist. Und dennoch: Was passiert, wenn wir Menschen nicht nur unsere Haus- oder Wohnungstür öffnen, sondern auch unsere Herzenstür? Wenn wir in unserem Alltagsgeschäft unterbrochen werden und unsere Aufmerksamkeit mal auf etwas oder jemand anderes als mich selbst gelenkt wird? Wir sind und werden beschenkt. Gott will diese Situationen gebrauchen, nicht nur unseren Horizont wieder zu weiten, sondern viel-leicht sogar unseren „Gast“ als Engel zu nutzen, um uns einen besonderen Segen zuzusprechen.
Öffnet eure Haus- und Herzenstüren für solche Begegnungen mit einem Engel des HERRN. Fangt an bei Freunden, Bekannten und Nachbarn, verschließt euch nicht vor Fremden – und schaut, was Gott euch schenkt.

Wencke Janssen, Pastorin